“19 Freiheiten”

Art Education

“19 Freiheiten” – Das sind die 19 Artikel des Grundgesetzes, auch Grundrechtsartikel genannt.

  • Fortbildung: vom 21. Oktober 2009 bis 13. Januar 2010
  •  Workshopphase: vom 18. Januar bis zum 19. März 2010

Jeweils eine Jugendliche aus Neukölln und eine KünstlerIn setzen die 19 Grundrechtsartikel zusammen mit den Kindern und Jugendlichen aus Neukölln künstlerisch um. Den Workshops geht eine Fortbildung für die zukünftigen WorkshopleiterInnen voraus, in der sie sich inhaltlich und methodisch mit den 19 Grundrechtsartikeln auseinandersetzen. Jedes Team (gemischt besetzt in Hinblick auf ethnische Herkunft und Geschlecht) wird Workshops zu einem Grundrechtsartikel seiner Wahl leiten.

Ab dem 18.1.2010 wurden ein- bis zweitägige Worskhops für Schulklassen in der Galerie im Körnerpark angeboten, bei denen die SchülerInnen mit unterschiedlichen Konzepten zu einigen der Grundrechtsartikel künstlerisch arbeiten können.

Das Projekt wird seit 2007 im Berliner Bezirk Neukölln realisiert, einem Bezirk, der mit ca. 160 verschiedenen Nationalitäten und fast ebensovielen Sprachen einer der vielseitigsten Bezirke der ganzen Bundesrepublik ist.

Hier finden sich je nach Wohnquartier die unterschiedlichsten Strukturen bei den BewohnerInnen:

Hohe Dichte an MigrantInnen und Flüchtlingen im Norden Neuköllns, eher konservative SeniorInnen in der Gropiusstadt, Familien mit Kindern im Süden des Bezirks…

Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind bei der deutschen Bevölkerung sowohl im internationalen Norden wie auch im deutsch-dominierten Süden vorhanden; hier sind auch deutliche Ab- und Ausgrenzungsmechanismen zu registrieren; rechtsradikale Tendenzen wurden nicht nur bei Jugendlichen manifest.

Den Impuls zur Entwicklung dieses Modellprojektes gaben verschiedene Beobachtungen, die in den letzten Jahren im Bezirk und darüber hinaus gemacht wurden:

  • Jugendliche mit Migrationshintergrund neigen in Konflikten manchmal dazu, sich über bestehende Werte und Normen hinweg zusetzen
  • Jugendliche deutscher Herkunft pflegen häufig die Vorurteile über Einwanderer und MigrantInnen, die sie aus ihrem Elternhaus mitbringen
  • Jugendliche – vor allem männliche – können eher inhaltliche Anstöße verarbeiten, wenn diese von männlichen Personen der eigenen Herkunftskultur kommen oder wenn zumindest eine ähnliche Problemlage vermutet wird wie die eigene: sie brauchen Vorbilder
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund, die den Schritt aus dem „sozialen Ghetto“ heraus geschafft haben, können als MultiplikatorInnen in der Jugendarbeit hervorragend eingesetzt werden, da sie häufig am besten wissen, wo die Probleme liegen.

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Konzeption: Dein Gesicht hinter der Maske

Team:  Büsra Günaydin, Barbara Antal

“Die Welt ist ein Spiegel, aus dem jedem sein eigenes Gesicht entgegenblickt.” (W. M. Thackeray)

Der Schwerpunkt unseres Workshops ist das Thema Diskriminierung. Als Ausgangspunkt nehmen wir das Porträt, in Form von Gipsmasken, als künstlerische Darstellungsform. Durch die einheitliche Darstellung des menschlichen Gesichts in Form der Gipsmaske, die dann gemäß der persönlichen Vielfalt des eigenen Gesichts gestaltet werden kann, haben die SchülerInnen die Möglichkeit sich dem Problem der Diskriminierung aus ihrer persönlichen Sicht zu nähern.

Die TeilnehmerInnen fertigen ihr eigenes Gesichtsabbild, ihr eigenes Gipsporträt an. Die weißen, einheitlichen Porträts dienen später als Ausgangspunkt für folgende Situationsübungen:

In kleinen Gruppen erarbeiten die TeilnehmerInnen Szenen, die verschiedene Formen von Diskriminierung repräsentieren. Mit der Bemalung und Dekoration der weißen Masken und weißen Schutzanzügen werden sie Kostüme anfertigen. Die Rollen und Darstellungsarten der Situation erarbeiten die TeilnehmerInnen selbstständig, im Sinne der später vorzuführenden ‘lebendigen Bilder’.

Das Gipsporträt hat eine doppelte Funktion in unserem Workshop. Einerseits ermöglicht es den TeilnehmerInnen Teil der darstellenden Situation zu werden. Andererseits dient es als Verfremdungsmittel, bildet Distanz, aus der die TeilnehmerInnen einen Überblick der Situation gewinnen können.

Jede Gruppe präsentiert ihr ‘lebendiges Bild’ für die Anderen. Die Zuschauer schildern, was sie gesehen haben, versuchen zu erkennen, welche Form der Diskriminierung dargestellt wurde. Dann diskutieren wir über Lösungsmöglichkeiten, Verhaltensmuster, Erfahrungen.

Von den ‘lebendigen Bildern’ werden Fotos gemacht und die TeilnehmerInnen können ihre Masken und Kostüme mit nach Hause nehmen.

Ziele:

Unser Ziel ist es den SchülerInnen bewusst zu machen, dass die fremd erscheinenden Begriffe „Diskriminierung“ oder „Rassismus“ gar nicht so weit weg von unserem Alltag sind, und dass es für jede/n nötig ist, sich mit diesem Themen auseinanderzusetzen.

http://www.19freiheiten.de/

 

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